Studenten der OST entwickeln Modellrechnung für Sanierungen

Zentral ist für die Autoren der Master­arbeit, dass Eigentümer von vermieteten Wohnliegenschaften ihre Sanierungsstrategie frühzeitig planen. Besonders in Städten, wo Bauland knapp ist, wird es immer wichtiger, bestehende Immobilien zu sanieren. Bedeutend sind dabei gemäss ­Jordi / Wiesli die langfristige Vermietbarkeit, die Situation auf dem Markt und der potenzielle Mehrerlös nach einer Sanierung. Die Modellrechnung bezieht diese Faktoren mit ein und veranschaulicht, wie sich verschiedene Sanierungsstrategien auswirken. Die Kunst liegt darin, eine Immobilie im richtigen Zeitpunkt und in angemessenem Umfang an sich ändernde Marktbedürfnisse und Lagenbewertungen anzupassen und vor allem grosse ­Investitionsentscheide wohlüberlegt anzugehen. Zoom befragt die beiden Autoren der Masterarbeit. 

Durch die Experteninterviews und die Modellrechnung ist eine praxisnahe Anwendung für unterschiedliche Sanierungsszenarien entstanden – das bringt einen Mehrwert.

Pascal Wiesli und Patrick Jordi, wie kamen Sie auf das Thema?

Bei der Themenfindung war uns wichtig, dass wir unsere beruflichen Erfahrungen einbringen und so ein breites Feld an Themen wie Mietrecht, Sanierung, Baukosten und Bewertung – abdecken können. Zudem wollten wir eine Arbeit erstellen, die Konkretes widerspiegelt und nicht bloss eine theoretische Herangehensweise aufzeigt. Durch die Experteninterviews und mit der Modellrechnung ist eine praxis­nahe Anwendung für unterschiedliche Sanierungsszenarien entstanden, ein echter Mehrwert.

Welche Reaktionen hatten Sie bereits auf Ihre Arbeit?

Die Reaktionen waren durchwegs positiv, sowohl aus dem beruflichen Umfeld wie auch von den Interviewpartnern der Masterarbeit.

Dient Ihre Arbeit als Navigator für die Sanierung von Liegenschaften?

Unsere Modellrechnung dient allen, die entscheiden müssen, wie sie bei der Sanierung ihrer vermieteten Wohnliegenschaft vorgehen sollen: Im bewohnten Zustand umbauen oder bei Leerkündigung? Die Modellrechnung ist jedoch auch erweiterbar bezüglich der Szenarien Abbruch oder Neubau. 

Sensitivitätsanalyse
Sie setzten sich zum Ziel, die Chancen und Risiken bei der Sanierung von Liegenschaften zu erkennen und davon abzuleiten, wie die Immobilie bewertet werden kann (Kriterien und Ein­flussgrössen).
Haben Sie Ihr Ziel erreicht?

Ziel der Modellrechnung ist es, die geeignete Sanierungsstrategie der Liegenschaft zu finden und anhand der Sensitivitätsanalyse (s. Grafik) die gewählte Methode zu optimieren. Diese Ziele wurden mit der selbst erarbeiteten Modellrechnung sicherlich erreicht.

Funktioniert das automatisierte Rechnungsmodell und findet es bereits Anwendung? 

Ja, die automatisierte Modellrechnung funktioniert, aber bis jetzt wurde diese jedoch nur intern getestet. 

Welchen Nutzen ziehen Sie persönlich in Ihren täglichen Aufgaben als Immobilienbewerter aus Ihrer Masterarbeit? 

Die vertiefte Analyse und die Verbindung der Themengebiete Mietrecht, ­Sanierung und Bewertungswesen nutzen uns bei unseren täglichen Aufgaben und schärften das zusammenhängende Verständnis über das eigene Tagesgeschäft hinaus.

Unsere automatisierte Modellrechnung funktioniert, wurde bis jetzt aber nur intern getestet.

Patrick Jordi 

30 Jahre, ist bei der Sidenzia Immobilien AG in Wallisellen / ZH Partner. 

Pascal Wiesli 

35 Jahre, ist Immobilien­bewerter
bei der  Thurgauer ­Kantonalbank
in Weinfelden / TG.